Content Production

Wissen wir, zu wem wir sprechen?

Die Arbeit am Spot für einen neuen Studiengang an der Hochschule für Recht in Wrocław hat uns an die wichtigste Regel guten Designs erinnert: Bevor du anfängst zu gestalten, musst du zuhören. Darüber, warum das Überprüfen von Ideen beim Publikum oft wichtiger ist als die beste Idee.

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Katarzyna Kadulska
·24. Juni 2026·4 Min. Lesezeit
Wissen wir, zu wem wir sprechen?

Im Branding suchen wir oft nach Abkürzungen. Die Intuition schlägt uns Bilder vor, die universell wirken, kulturelle Codes, die „jeder kennt”. Doch die Arbeit an einem neuen Studiengang an der Hochschule für Recht in Wrocław hat uns an die wichtigste Regel guten Designs erinnert: Bevor du anfängst zu gestalten, musst du zuhören.

REALITY-CHECK: KASIA FRAGT AN DER QUELLE

Als wir mit dem Drehbuch für den Film begannen, der den neuen Studiengang bewerben sollte, tauchte in unseren Köpfen fast sofort ein von der Serie Suits inspiriertes Bild auf. Eleganz, schlagfertige Repliken, perfekt geschnittene Anzüge und die Dynamik des Erfolgs. Das ist doch eine Ikone der juristischen und unternehmerischen Popkultur, oder?

Ein von der Serie Suits inspiriertes Bild — die elegante juristische Welt als erste Idee für den Spot

Doch bevor wir in die Content-Production-Phase eintraten, beschlossen wir, unsere Annahmen an der Quelle zu überprüfen. Kasia fragte die Studierenden selbst nach diesem Kontext — Vertreter der Generation Z, die der Film erreichen sollte.

Das Ergebnis? Leichte Verwunderung und ein höfliches, aber gleichgültiges: „Sagt mir irgendwie was”. Harvey Specter, der für Millennials ein Symbol für beruflichen Status war, ist für heutige Abiturienten eine Figur aus „längst vergangenen Zeiten”, die kaum Emotionen weckt. Ähnlich verhält es sich mit der Serie Friends — auch wenn die Ästhetik der 90er heute angesagt ist, finden die Beziehungen und der Humor dieser Figuren nicht immer Resonanz im heutigen Modell des Gemeinschaftsaufbaus.

Ein Gespräch mit Studierenden der Generation Z — Überprüfung der Annahmen an der Quelle während der Arbeit am Drehbuch
WIE DAS UNSERE ARBEIT VERÄNDERT HAT

Dieses Gespräch hat unseren Ansatz für das Drehbuch völlig verändert. Statt den Film auf einem Fundament aus popkulturellen Anspielungen aufzubauen, die unverständlich bleiben könnten, begannen wir zu suchen, was die heutigen Anwärter auf ein Jurastudium tatsächlich interessiert.

Bei Brandkick Content Production ist das Schreiben von Videodrehbüchern nicht nur Schreibtischarbeit. Es ist vor allem das Aufeinandertreffen einer Vision mit einem realen Publikum. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass das Hinausgehen zu den Menschen und ein ehrliches Gespräch hilft, kommunikatives Rauschen zu vermeiden.

Arbeit am Drehbuch für den Spot für einen neuen Studiengang an der Hochschule für Recht in Wrocław

Dadurch ist der Film, den wir vorbereitet haben, kein Versuch, fiktive Helden von jenseits des Ozeans nachzuahmen. Er ist eine authentische Einladung in die Welt des Managements und des Rechts, zugeschnitten auf die Menschen, die sie in Zukunft gestalten werden. Das Überprüfen von Ideen ist für uns Ausdruck des Respekts gegenüber dem Kunden und seinem Publikum. Letztlich geht es nicht darum, dass das Projekt „unseres” ist, sondern darum, dass es wirksam und verständlich ist.

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Manchmal ist das stärkste Element beim Aufbau von Kommunikation die Fähigkeit, einen Schritt zurückzutreten. Dem Publikum zu erlauben, den Raum mit seinen eigenen Bedürfnissen zu füllen, anstatt ihm unsere Vorstellungen aufzuzwingen. In einer Welt des überreizten Marketings ist es genau diese Aufmerksamkeit für den anderen Menschen, die die beständigsten Marken aufbaut.


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